29 Jun 2026
DSWV warnt vor massivem Abfluss legaler Wetten zur FIFA-WM 2026

Der Deutsche Sportwettenverband hat Ende Juni 2026 eine deutliche Warnung ausgesprochen und dabei auf die bevorstehende FIFA-Weltmeisterschaft 2026 verwiesen. Bis zu 300 bis 400 Millionen Euro an Wetteinsätzen könnten während des Turniers in den illegalen Offshore-Bereich abfließen, während der Gesamtumsatz in Deutschland bei knapp über einer Milliarde Euro liegen soll. Lizenzierte Anbieter würden davon lediglich 600 bis 700 Millionen Euro abwickeln, so die Verbandsprognose, die auf den Rahmenbedingungen des Glücksspielstaatsvertrags von 2021 beruht.
Regulatorische Rahmenbedingungen und ihre Folgen
Der 2021 in Kraft getretene Glücksspielstaatsvertrag legte Steuern, Einzahlungslimits und Produktbeschränkungen fest, die legale Anbieter einhalten müssen. Diese Vorgaben führen dazu, dass viele Wettende auf unregulierte Plattformen ausweichen, weil dort höhere Limits und breitere Produktpaletten verfügbar sind. Der DSWV sieht darin die Ursache dafür, dass der Schwarzmarkt während Großereignissen wie der WM 2026 deutlich anzieht.
Branchenvertreter berichten, dass steuerliche Belastungen und Einschränkungen bei Live-Wetten oder bestimmten Kombiwetten legale Angebote weniger attraktiv machen. Während der WM 2026 rechnen Experten mit einem starken Anstieg der Nachfrage nach Fußballwetten, doch die aktuellen Regelungen verhindern, dass dieser Bedarf vollständig im regulierten Markt bedient wird.
Prognostizierte Umsatzverteilung
Nach Angaben des Verbands soll der gesamte Wettumsatz in Deutschland während des Turniers knapp oder sogar über einer Milliarde Euro liegen. Davon entfallen voraussichtlich 600 bis 700 Millionen Euro auf lizenzierte Betreiber, während der Rest über nicht regulierte Kanäle fließt. Diese Zahlen basieren auf bisherigen Beobachtungen bei ähnlichen Großereignissen und der aktuellen Marktsituation unter dem bestehenden Vertragswerk.
Der DSWV verweist dabei auf Erfahrungen aus früheren Turnieren und betont, dass ohne Anpassungen der Rahmenbedingungen der illegale Anteil weiter wachsen könnte. Die genannten 300 bis 400 Millionen Euro stellen dabei eine Schätzung dar, die sich aus dem Vergleich zwischen legalem und offshore-gesteuertem Volumen ableitet.

Position des Verbands und regulatorische Diskussion
Der Deutsche Sportwettenverband DSWV fordert seit längerem eine Überprüfung einzelner Bestimmungen des Staatsvertrags, um legale Anbieter wettbewerbsfähiger zu machen. Steuern auf Bruttospielerträge, strenge Einzahlungslimits und Verbote bestimmter Wettarten werden als zentrale Faktoren genannt, die den Abfluss in den Schwarzmarkt begünstigen.
Vertreter der Branche weisen darauf hin, dass illegale Anbieter weder Steuern abführen noch Verbraucherschutzvorgaben einhalten müssen. Dies verschaffe ihnen einen Vorteil, der sich besonders bei hochfrequenten Events wie der WM 2026 bemerkbar macht. Die aktuelle Entwicklung zeigt nach Einschätzung des Verbands, dass der regulierte Markt ohne Anpassungen weiter unter Druck geraten könnte.
Ausblick auf die WM 2026
Im Juni 2026 steht die Weltmeisterschaft unmittelbar bevor, und der DSWV nutzt diesen Zeitpunkt, um auf die strukturellen Probleme hinzuweisen. Die Kombination aus hoher Nachfrage und regulatorischen Hürden könnte dazu führen, dass ein signifikanter Teil der Wetteinsätze außerhalb des deutschen Lizenzsystems bleibt. Beobachter des Marktes sehen darin ein wiederkehrendes Muster, das sich bei großen Fußballturnieren verstärkt.
Die Prognosen des Verbands stützen sich auf interne Daten und Marktentwicklungen der letzten Jahre. Sie zeigen, dass der Anteil illegaler Angebote bei vergleichbaren Ereignissen bereits spürbar zugenommen hat. Eine Fortsetzung dieses Trends bis zur WM 2026 wird als wahrscheinlich eingestuft.
Schlussfolgerung
Die Warnung des DSWV verdeutlicht die Spannung zwischen bestehenden Regulierungen und der Realität des Wettmarkts vor der FIFA-WM 2026. Mit einem erwarteten Gesamtumsatz von über einer Milliarde Euro und einem potenziellen Schwarzmarktanteil von bis zu 400 Millionen Euro stehen die Rahmenbedingungen des Glücksspielstaatsvertrags erneut im Fokus. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Verteilung zwischen legalen und illegalen Kanälen tatsächlich entwickelt.